Im September 2023 bekam ich eine Mail vom Vorstand des Tierschutzvereins Hannover. Es ging um eine neue Website für das Tierheim und den Tierschutzverein Hannover und Umgegend e .V.. Die bisherige Seite war über viele Jahre gewachsen und unübersichtlich geworden; manche Inhalte und Links waren veraltet. Wer sich über die Tiere oder den Verein informieren wollte, fand sich darin nur schwer zurecht.
Das grobe Konzept für den neuen Auftritt hatte ich mit dem Verein bereits in den Vorgesprächen weitgehend besprochen. Nach Angebot und Beauftragung holte ich meinen Designpartner dazu. Er arbeitete Konzept und Gestaltung in mehreren Workshops vor Ort mit dem Tierheim-Team aus; ich übernahm die gesamte technische Umsetzung und begleitete die weiteren Entscheidungen bis zum Launch.
Vom ersten Konzept bis zum Launch
Eine ansprechende, emotionale Bildwelt sollte die Botschaft und das Leitbild des Tierschutzvereins vermitteln. Neben der technischen Arbeit entwickelte ich auch Inhalte. Während der Entwicklung und vor dem Launch stimmten wir die Einzelheiten weiter miteinander ab.
Zwischen der Designfreigabe und der fertigen Website lag eine längere Phase, in der die Inhalte zusammengetragen wurden. Bei einem Tierheim muss sich diese Arbeit in einen Betrieb einfügen, dessen Tagesgeschäft die Versorgung der Tiere ist. Ende Mai 2026 waren Umsetzung und finale Freigabe abgeschlossen; am 30. Mai ging die neue Website online.
Für mich lag eine wichtige Aufgabe darin, die Abläufe des Tierheims in die Website zu übersetzen. Wer sich für ein Tier interessiert, braucht andere Informationen als jemand, der den Verein unterstützen oder einen Besuch planen möchte. Gleichzeitig muss das Team die Inhalte pflegen können, ohne dafür dieselben Angaben an mehreren Stellen neu einzutragen.
Zum Beispiel öffnet das Tierheim an jedem zweiten und letzten Samstag im Monat für Besucher:innen. Wenn du einen Besuch planst, möchtest du die nächsten Termine sehen und nicht erst selbst ausrechnen, welche Samstage damit gemeint sind. Auf der Website sollten deshalb die konkreten Daten stehen.
Ich habe dafür eine Funktion entwickelt, die die Besuchstage berechnet, und den Veranstaltungskalender Sugar Calendar daran angeschlossen. Die nächsten Termine stehen nun direkt in der Besuchstagsübersicht und im Kalender. Für Absagen und andere Ausnahmen gibt es einen eigenen Bereich, in dem das Team nur die Abweichung einträgt. Die Mitarbeitenden müssen also nicht fortlaufend neue Termine anlegen oder bei einer Absage den regulären Termin wieder löschen.
Tiere, die zusammengehören, müssen auch zusammen erscheinen
Auch bei der Tiervermittlung müssen die Angaben zusammenpassen. Ein Steckbrief kann viel über ein einzelnes Tier erzählen. Wenn dieses Tier jedoch nur gemeinsam mit einem anderen vermittelt wird, muss die Website diese Verbindung verstehen. Ein beiläufiger Satz in einem Text reicht dafür nicht aus: Die Information wird auch im Verzeichnis und bei der Anfrage gebraucht.
Ich habe die Gruppenvermittlung deshalb als feste Beziehung zwischen den Tieren aufgebaut. Das Team verknüpft die zusammengehörenden Tiere; das System berücksichtigt die Verbindung auf beiden Seiten. Im Verzeichnis lässt sich gezielt nach Gruppenvermittlung filtern. Auch Tierart und Haltungsanforderungen helfen dabei, die Auswahl einzugrenzen.
Vom Steckbrief führt der Weg zur Tieranfrage. Dort werden die Angaben zum ausgewählten Tier übernommen, und die Fragen passen sich an die Tierart an. Wer sich für eine Katze interessiert, soll nicht erst durch Fragen zur Hundehaltung müssen. Für das Team bleibt erkennbar, zu welchem Tier eine Anfrage gehört; für Interessierte setzt sich der Weg fort, den sie im Verzeichnis begonnen haben.
Die Entscheidung, ob Tier und Mensch zueinanderpassen, liegt selbstverständlich beim Tierheim. Meine Aufgabe ist, die Informationen dafür sinnvoll zusammenzuführen und unnötige Eingaben aus dem Weg zu räumen. Dafür muss ich die Vermittlungspraxis verstehen, bevor ich entscheide, wie Felder, Formulare und Seiten miteinander verbunden werden.
Auch die Unterstützung des Vereins sollte direkt über die Website möglich sein. Der neue Mitgliedsantrag lässt sich vollständig online ausfüllen und abschicken. Vom Launch am 30. Mai bis zum 6. September 2026 wurden darüber 27 Mitgliedschaftsanträge abgeschickt. Der Verein prüft die Anträge und bestätigt die Mitgliedschaften anschließend selbst.
Wie wir die Arbeit an den Ratgebern sortieren
Bettina Schade verantwortet heute die inhaltliche Leitung. Gemeinsam mit ihr und dem ersten Vorsitzenden, Herrn Schwarzfeld, habe ich die redaktionelle Arbeit geordnet und eine klare Arbeitsweise entwickelt. Alle sollen sich im System zurechtfinden, und die Inhaltspflege muss neben den täglichen Aufgaben im Tierheim zu bewältigen sein.
Bei den Ratgebern hieß das zunächst, aus einem großen Bestand eine handhabbare Reihenfolge zu machen. Ich priorisierte Themen zu Erkrankungen von Tieren, die gerade auf ein Zuhause warteten, und bezog ein, wonach Menschen bei Google suchten. Dazu kamen eine überschaubare Arbeitsliste und konkrete Anleitungen für die Bearbeitung und fachliche Prüfung.
Diese Auswahl verbindet die redaktionelle Arbeit mit der Vermittlung. Wer einen Steckbrief liest und dort auf eine Erkrankung stößt, braucht verständliche Informationen, um sich mit der möglichen Aufnahme des Tieres auseinanderzusetzen. Für das Team wird zugleich klarer, welcher Ratgeber als Nächstes wichtig ist. Die Veröffentlichung der Ratgeber läuft noch; sie ist eine laufende redaktionelle Aufgabe, die ich für das Team und die Tierärztin in machbare Schritte aufgeteilt habe.
Bianka arbeitet im Tierheim-Projekt mit
Für die laufende Inhaltspflege habe ich außerdem „Bianka” konzipiert, eine projektgebundene KI-Redakteurin. Auf sie bin ich besonders stolz. Sie arbeitet innerhalb dieses Projekts mit festen Regeln, freigegebenen Quellen und einem eigenen Gedächtnis. Dadurch müssen die Tonalität des Tierheims und die Grenzen ihrer Aufgaben nicht bei jedem Auftrag wieder neu erklärt werden.
Bianka prüft z. B. Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, aber auch, ob Formulierungen verständlich sind, inhaltlich Sinn ergeben und zum Stil des Tierheims passen. Sie achtet auf veraltete oder fehlende interne Links und schlägt passende Änderungen vor. Von Anfang Juli bis zum 6. September 2026 hat sie bestehende, bereits veröffentlichte Inhalte in 288 dokumentierten Arbeitsschritten sprachlich überarbeitet.
Klare sprachliche Korrekturen ohne Bedeutungsänderung darf sie innerhalb ihres festgelegten Auftrags selbst umsetzen. Für Sinnänderungen, neue Verlinkungen und medizinisch sensible Aussagen braucht sie eine menschliche Freigabe. Auch Bildbeschreibungen prüft sie; korrigieren darf sie dort nur, was sich anhand des Bildes oder seines Kontexts eindeutig belegen lässt. Neue Inhalte darf sie nicht selbst veröffentlichen. Bianka kann noch mehr; aber aus Diskretions- und Sicherheitsgründen gehe ich an dieser Stelle nicht näher darauf ein.
Gerade bei einer Tierheim-Website ist diese Grenze wichtig. Ein sprachlich gefälliger Satz kann fachlich falsch sein, und ein Tier lässt sich nicht aus einem Foto zuverlässig beurteilen. Bianka soll wiederkehrende redaktionelle Arbeit übernehmen, ohne dem Team und mir Entscheidungen abzunehmen, die wir selbst verantworten müssen. Die Grundidee hinter solchen Agenten beschreibe ich ausführlicher in meiner Agents-Brain-Werkstattserie.
Das Projekt liegt mir wegen des Tierschutzes persönlich sehr am Herzen. Dazu gehört für mich auch die weniger sichtbare Arbeit nach dem Launch: mit Bettina die nächsten Inhalte sortieren, Rückmeldungen aus dem Alltag aufnehmen und Funktionen so weiterentwickeln, dass das Team gut damit arbeiten kann.
Sources
- Tierheim Hannover – Website und Besuchstage
- Tiervermittlung des Tierheims Hannover
- Online-Mitgliedsantrag
- Eigene Projektunterlagen, technische Dokumentation und Abstimmungen mit dem Tierheim-Team; aggregierte Formular- und Redaktionsauswertungen bis 6. September 2026.







